Fantasy-Autor Robert A. Heinlein schrieb 10 Jahre lang an seinem bekanntesten Werk „Fremder in einer fremden Welt“ stammt vom 1907 geborenen US-amerikanischen Schriftsteller Robert Anson Heinlein, der bei seinem Tod 1988 ein umfangreiches Werk hinterließ. Nachdem sich Heinlein in verschiedenen Berufen versucht hatte, folgte er einem Zeitungsaufruf und schrieb seine erste Kurzgeschichte. Schon bald erarbeitete er sich insbesondere mit seinen Science-Fiction-Romanen einen guten Ruf. An seinem bekanntesten Buch, „Ein Fremder in einer fremden Welt“, schrieb Heinlein ein ganzes Jahrzehnt hindurch, ehe er das Werk 1959 schließlich vollendet hatte. Aufgrund seiner teils bizarren und politisch inkorrekten philosophischen Ausführungen über organisierte Religionen und Sexualität bezweifelte Heinlein einen Verleger zu finden. Der Verleger G. P. Putman erklärte sich schließlich bereit das Buch zu veröffentlichen, unter der Voraussetzung, dass Heinlein sein 220.000 Wörter-Script auf rund 160.000 Wärter kürzte, wobei besonders die freizügigen Sexszenen weggelassen wurden. Erst 1991, drei Jahre nach Heinleins Tod arrangierte seine Witwe Virginia die Veröffentlichung des Buches in seiner ursprünglichen Form.
Libertarismus und Sexuelle Befreiung „Fremder in einer fremden Welt“ wurde im Jahr 1961 unter dem Titel „Stranger in a Strange World“ erstmalig publiziert, der Titel stammt aus dem Buch Exodus aus der Bibel. Der Roman erzählt die Lebensgeschichte des Valentine Michael Smith, der als Mensch von Marsianern auf dem Planeten Mars großgezogen wurde und als junger Erwachsener auf die Erde reist. Smiths Denken ist nicht festgefahren, sondern völlig frei, sodass Themen wie Leben und Tod, Sexualität und Geld unkonventionell behandelt werden. Das Buch verkaufte sich nicht auf Anhieb gut, sondern erlangte erst durch Mund-zu-Mund-Propaganda immer mehr Aufmerksamkeit. In der zweiten Hälfte der Sechziger wurde es schließlich ein gefeierter Bestseller, da es unter anderem Libertarismus und Sexuelle Befreiung als Themen aufgriff. Als Erzähler der Geschichte fungiert die Figur des Dr. Jubal Harshaw. Dr. Harshaw ist Schriftsteller und gilt als Alter Ego Heinleins. Er beobachtet die Entwicklungen rund um Hauptprotagonist Valentine Michael Smith und hilft ihm, sich auf der Erde zurechtzufinden. Dabei geht Heinlein durchaus selbstironisch mit seinem Alter Ego um. Dr. Harshaw liegt oft falsch mit seinen pragmatischen Thesen. Smiths mystische Sicht der Dinge bildet einen ungewöhnlichen Kontrast zu den Ansichten von Dr. Harshaw.
Hauptfigur Valentine Michael Smith und Erzähler Dr. Jubal Harshaw Valentine Michael Smith wird auf dem Raumschiff geboren, das seine Eltern auf eine Marsmission bringen soll. Kurz nach seiner Geburt sterben seine Eltern, das Raumschiff gilt als verschollen. Der einzige Überlebende ist der kleine Valentine Michael Smith, der von den Marsianern großgezogen wird. Aufgrund seiner Herkunft und seiner Physiologie ist er auf dem Mars einzigartig, dafür erlernt er mentale Fähigkeiten wie Telekinese oder Gedanken lesen. Menschliche Angewohnheiten wie Lügen, Eifersucht oder sexuelles Verlangen sind ihm hingegen völlig fremd. Das Buch impliziert, dass diese Eigenschaften nicht in der menschlichen Natur liegen, sondern erlernt werden. 25 Jahre später wird bei einer zweiten Marsmission der mittlerweile erwachsene Smith entdeckt und auf die Erde zurückgeholt, wo er auf Dr Jubal Harshaw trifft. Der Arzt und Schriftsteller hat keinen Kontakt mehr zu seinen eigenen Kindern, entwickelt aber väterliche Gefühle für Smith. Harshaw erklärt Smith das menschliche Verhalten und die Welt und unterstützt ihn in jeder Lebenslage.
Landung auf der Erde und Unterweisung durch Dr. Harshaw Die Geschichte beginnt mit der Entsendung der ersten menschlichen Expedition auf den Mars. Das Raumschiff verschwindet kurz nach seiner Ankunft von der Bildfläche und gilt daraufhin als verschollen. Der einzige Überlebende ist ein Baby namens Valentine Michael Smith, das Kind zweier Crewmitglieder. Der kleine Mike, wie er später genannt wird, wird daraufhin von Marsianern großgezogen. Es vergehen rund 25 Jahre, ehe ein zweites Raumschiff zum Mars fährt, Mike findet und zur Erde bringt. Aufgrund der Gesetzeslage wird Mike zum Spielball der Regierung und soll Anspruch als Besitzer des Mars erheben. Zunächst wird er aber im Bethesda Hospital angehalten, um sich an die Atmosphäre und die Gravitation zu gewöhnen. Hier trifft er auf die ebenso couragierte wie offene Krankenschwester Gillian Boardman, die Ihrem Freund, dem Journalisten Ben Caxton, von ihrer Begegnung mit Mike erzählt. Boardman und Caxton wollen die Lügen, die über den Mann vom Mars verbreitet werden, widerlegen, doch die Weltregierung lässt Caxton verschwinden. Boardman überredet Mike zur Flucht und bringt ihn schließlich bei Dr. Jubal Harshaw unter, einem berühmten Schriftsteller, Arzt und Rechtsanwalt unter. Mike hat auf dem Mars zwar psychische Fähigkeiten gelernt, die den Menschen völlig fremd sind und eine übernatürliche Intelligenz entwickelt, ist aber, was das menschliche Verhalten anbelangt, völlig unwissend. Dr. Harshaw lehrt ihn alles über die menschliche Natur und Kultur und erwirkt schließlich seine Freiheit. Außerdem wird auf Dr. Harshaws Antrag hin entschieden, dass Mike nicht der Eigentümer des Mars sein kann, da der Planet bereits von intelligenten Lebewesen bevölkert wird. Dadurch verliert Mike seine Bedeutung als politischer Spielball der Mächtigen. Aufgrund seines Interesses an den Religionen, bringen Dr. Harshaw und Boardman Mike zu einer religiösen Gruppe namens „The Fosterites“, einer Bewegung, die Sexualität, Alkoholismus und Spielsucht nicht als Sünden ablehnt. Digby, der Bischoff der Fosterites versucht Mike zu überzeugen, sich der Sekte anzuschließen, doch Mike lässt ihn mittels seiner mentalen Kräfte einfach verschwinden.
Reise durch die menschliche Kultur Nach dem bedauerlichen Vorfall mit Bischoff Digby, beschließt Mike seine neu erlangte Freiheit zum Reisen zu nutzen. Gemeinsam mit Gillian Boardman, genannt Jill, bereist er inkognito verschiedene Städte, um Menschen und ihre Verhaltensweisen eingehender zu studieren. Schließlich kommt Mike zu dem Schluss, er verstehe das menschliche Verhalten gut genug, um den Menschen helfen zu können, ihre Ängste und Eifersüchteleien zu überwinden. Er gründet seine eigene Kirche namens „Die Kirche aller Welten“, eine Sekte, die die christliche Erweckungslehre mit heidnischen Aspekten verbindet. Die Mitglieder leben äußerst freizügig und propagieren unter anderem den Nudismus und die freie Liebe. Einige alte Freunde wie der wieder aufgetauchte Ben Caxton sind genervt von dem Personenkult, der um Mike betrieben wird. Mike bringt seinen Anhängern Marsianisch bei und schult ihre parapsychologischen Fähigkeiten. Da Mikes Kirche ähnlich aufgebaut ist wie die Kirche der Fosterites, werfen die Fosterites der „Kirche aller Welten“ bald Blasphemie vor und zünden ihr Kirchengebäude an. Mike und seine Anhänger teleportieren sich mittels ihrer geistigen Fähigkeiten in Sicherheit. Mike trifft Dr. Harshaw in einem Hotel wieder und erklärt ihm, dass die Menschen, die seinen Lehren folgen, zu Homo Superior werden, während alle anderen aussterben würden. Außerdem sei dies die einzige Methode, die Marisianer bei einem eventuellen Angriff davor abzuhalten, die Erde auszulöschen. Schließlich versammelt sich ein wütender Mob, der von den Fosterites aufgewiegelt wird vor dem Hotel. Mike tritt den hasserfüllten Fosterites nackt und unbewaffnet entgegen und wird ermordet. Dr. Harshaw verkraftet seinen Tod nicht und will Suizid begehen, wird aber von Mike abgehalten, der aus dem Jenseits zu ihm spricht. Während Dr. Harshaw daraufhin mit einigen von Mikes Anhängern dessen Arbeit auf Erden fortführt, fährt Valentine Michael Smith zum Himmel, wo es Hinweise darauf gibt, dass Mike die Reinkarnation des Erzengels Michael war.
